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London – Die coolste Stadt Europas?

Street Art an einem Pfosten an der Cheshire Street in East London. Im Hintergrund sieht man ein Werk von Fin DAC.

Ob London die coolste Stadt Europas ist oder nicht, sei einmal dahin gestellt. Für mich persönlich ist London eine sehr coole Stadt, eine Trend-City und ein unglaublich inspirierender Ort. Mit Stadtteilen wie Shoreditch, Hoxton, Dalston, Haggerston mit der Brick Lane östlich der City, Brixton im Süden und Hackney Wick ganz im Nord-Osten buhlen gleich mehrere Quartiere um die Krone des coolsten Stadtteils.

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel “Zu cool um wahr zu sein” über London, welcher mich ziemlich ärgerte. Dieser Artikel war mitunter auch ein Grund für mich, Reisen& zu starten. Ein Journalist reist nach London und zerreisst die Stadt zu Unrecht in der Luft, nur weil er sich nicht abseits der Touristenpfade bewegt. Eine Stadt wie London hat immer Touristenpfade und ganz viele Ecken, welche für Touristen nicht auf Anhieb zu entdecken sind. Ausser der Brick Lane taucht selten eines dieser wunderbaren Quartiere in Reiseführern auf, was eigentlich verwunderlich ist. All die oben erwähnten Stadtteile bezaubern durch viel Charakter, schöne Cafés, urbanes Leben und viele spannende Dinge zum Entdecken, mitunter auch Street Art, welche mich auch immer wieder in diese Quartiere führt. Dieser oben erwähnte Zeitungsartikel zeigte schön auf, wie schlechte Recherche ein falsches Bild über eine Stadt abgeben können. Das wirklich interessante in London passiert ausserhalb oder zumindest am Rande des Zentrums. Wobei man fairerweise sagen muss, dass sich auch Soho im Zentrum über die letzten Jahre wieder zum Besseren entwickelt hat. Die nördlich an Soho grenzende Oxford Street, die wichtigste Strasse für das High Street Shopping in London, ist aber über die letzten Jahre  ein wenig verkommen. Klar, die grossen Marken und Shopping-Ketten findet man immer noch, aber es hat auch viele Ramschläden, welche wenig einladend sind.

London – Die Trend-Quartiere

Zurück zu den Stadtteilen im Osten der Stadt. Als ich 1999 für eine Weiterbildung in London weilte, waren Shoreditch und Hackney alles andere als einladend. Vieles war heruntergekommen. Mein Nachtbus fuhr 1999 durch Hackney. Ich erinnere mich an brennende Ölfässer auf der Strasse und  dunkle Gestalten auf der Strasse. Mir war bei der Durchquerung von Hackney nicht immer wohl , bis ich eines Nachts an einer illegalen Drum ’n’ Bass Party in Hackney endete. Auf einmal fühlte ich den Ort, ich fühlte die Aufbruchstimmung, die dort herrschte. Leerstehende Häuser ziehen Leute an, welche günstigen Raum suchen, um ihren Träumen und Visionen nachgehen zu können. Zu dieser Zeit war auch die Brick Lane ein cooler Ort. Viele kleine Bars und Clubs mit viel elektronischer Musik mit viel Banglatown-Einfluss. Es gab eine Zeit, da war für mich die Brick Lane nicht mehr so toll. Es war zu touristisch, mit zu vielen Touristenfallen. Wieder ein paar Jahre später ist heute jeden Sonntag rund um die Brick Lane  einer der besten Märkte zu finden. Es gibt dort viele coole Bars und Coffee Shops wie zum Beispiel das Nude. Mittlerweile findet man auch wieder das eine oder andere wirklich gute Restaurant mit würdigem Banglatown-Food. Shoreditch, Hoxton und Hackney sind in den letzten Jahren wahre Trendviertel geworden . Ja,  das ist das Los eines jeden Trend-Quartiers. Zuerst ist es unattraktiv und dadurch günstig. Dies zieht Künstler an, welche günstigen Raum brauchen und suchen. Diese wiederum ziehen die Immobilienmakler an, welche den Künstler folgen. Es folgen die Coolen und Vermögenden … das Quartier wird teurer und teurer und die Künstler ziehen weiter. Gentrifizierung in Reinkultur! Daher empfehle ich im Moment allen einen Abstecher nach Hackney Wick zu machen. Dort ist momentan noch vieles im grünen Bereich. Dazu jedoch ein anderes Mal mehr.

Tja, wer die Trends in London entdecken will, muss die Touristenpfade verlassen und auch einmal eine Strasse wählen, welche nicht so einladend aussieht. Ab und zu warten wahre Perlen am Ende der Strasse. Welche Perlen hast du so schon entdeckt?

 

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Markus Maurer

music discoverer. street art & farmers market wanderer. web culture. think global, act local! creator @tedxbern. working @migros.
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